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Auf was Wanderer achten sollten

In letzter Zeit hört man vermehrt von Unfällen oder gar Todesfällen von Wanderer in den Schweizer Bergen. Das hat mich dazu veranlasst, nach möglichen Gründen zu suchen und euch Tipps für sichere und gelungene Wanderungen mit auf den Weg zu geben.


Vorbereitung ist Alles

Viele Fotos auf Instagram oder Facebook sehen sehr spektakulär aus. Dies veranlasst viele Wanderer, diese Orte ebenfalls zu bewandern. Was dabei jedoch oft ausser Acht gelassen wird, ist, den Schwierigkeitsgrad der Wanderung abzuklären. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass der Wanderer überfordert ist mit dem Gelände oder der eigenen Kondition. Auch falsches Schuhwerk oder die Wetterbedingungen können die Ursache von Unfällen sein.


Deshalb hier ein paar einfache Tipps, wie eine Wanderung erfolgreich und unvergesslich wird.


Kenne dein Wanderziel

Als erstes sollte man sich mit dem Wanderziel vertraut machen. Wohin soll es gehen, wie viel Zeit muss ich einplanen, wie viele Höhenmeter sind es, die ich bis an mein Ziel zurücklegen muss. Wie ist mein aktueller Fitnesszustand (wenn ich Wander-Einsteiger bin, wähle ich einfache Routen, wenn ich eine gute Fitness aufweise, kann ich auch längere Routen auswählen). All diese Informationen finde ich in herkömmlichen Wanderführern oder aber im Internet (z.B. www.outdooractive.com oder www.schweizer-wanderwege.ch (unbezahlte Werbung))


Auf jede Wetterlage vorbereitet sein

Wenn ich mich dann für eine Wanderung entschieden habe, studiere ich die Wettervorhersagen genau. In den Bergen kann das Wetter nämlich sehr schnell ändern.


Was gehört alles in den Rucksack

Ich empfehle stets einen Regenschutz, einen Sonnenhut und eine Sonnenbrille einzupacken. Genügend Wasser und ein kleiner Snack gehören da ebenfalls mit hinein. Dörrfrüchte und eine Nussmischung sind ebenfalls gut geeignet.

Bei mir kommt zusätzlich meine Kamera mit sowie eine kleine Tube Sonnencreme (zum nachcremen) und Lippenpomadenstift mit Sonnenschutz.


Die passende Ausrüstung

Bei der Kleidung passe ich mich der Saison und den erwarteten Temperaturen an. Bei den Schuhen ist es vor allem wichtig, dass diese eine rutschfeste Profilsohle aufweisen, fast wie bei den Autoreifen. Mit Turnschuhen in die Berge zum Wandern zu gehen ist meist keine gute Idee. Gerade im Frühling gibt es in höheren Lagen noch Schneefelder, welche zu queren sind. Da ist es wichtig, dass einem die Schuhe genügend Halt bieten. Ich empfehle grundsätzlich, die passenden Schuhe im Fachgeschäft mit der entsprechenden Beratung zu kaufen. Vor einer grösseren Wanderung sollten die Schuhe immer eingelaufen werden. Das kann bei einem Spaziergang oder einer kleineren Wanderung sein. So merkt man schnell, ob es noch Druckstellen gibt und man diese vor einer grösseren Tour mit Pflaster schützen muss.


Bei steileren Wanderungen nehme ich stets einen Wanderstock mit. Ich selber wandere nicht gerne mit Stöcken, aber bei sehr steilen Abstiegen oder beim Traversieren von Schneefeldern war ich schon etliche Male froh, dass ich einen Stock mit dabei hatte. Viele Wanderstöcke lassen sich zusammen schieben und so kann man diese bei Nichtgebrauch im Rucksack verstauen.


Übrigens, auch bei den Rucksäcken gibt es Unterschiede. So wie die Grösse der Menschen unterschiedlich ist, sollte auch der Rucksack an die Grösse des Trägers angepasst werden. Auch hier macht es durchaus Sinn, sich im Fachhandel beraten zu lassen. Der Rücken wird es dir danken.


Notfallkontakt informieren

Und zu guter Letzt: wenn ihr alleine unterwegs seid, lasst eine Bezugsperson wissen, wohin eure Wanderung gehen soll. Und für den Notfall empfehle ich euch eine Mitgliedschaft bei der Rega abzuschliessen. Wenn ihr die App auf eurem Handy installiert, kann diese im Notfall sehr schnell zur Stelle sein und euch unter Umständen euer Leben retten (unbezahlte Werbung).


Richtiges Verhalten während der Wanderung

So, und nun kann eure Wanderung starten.


Seid mit allen Sinnen dabei

Die Bergwege sind nicht wie die Strassen geteert, sondern sind uneben, mit Steinen und Wurzeln versehen - die Augen schauen deshalb stets auf den Weg. Zu schnell gibt es einen Fehltritt, der unter Umständen eine Verletzung des Fussgelenkes oder gar einen Absturz verursachen könnte.

Mit den Ohren könnt ihr Vogelgezwitscher, Kuhglockengeläut oder Murmeltierpfiffe wahrnehmen. Aber auch Steine, die vom Berg rollen, hört man und kann so noch ausweichen. Deshalb, eure Musik (Ghettoblaster) sollte besser zu Hause bleiben.

Mit der Nase könnt ihr die verschiedenen Alpenkräuter riechen, was für eine Wohltat (ok, ab und zu riecht es auch nach Kuhmist ;))


Noch einen letzten Tipp zur Gehtechnik

Der Körperschwerpunkt sollte immer über den Füssen sein. Viele Wanderer haben vor allem bei Bergwegen, welche etwas abschüssig sind, Angst und lehnen sich deshalb etwas zur Bergseite hin. Dabei verliert man jedoch das Gleichgewicht schneller und so auch den nötigen Halt. Besser ist es, etwas breitspuriger und leicht nach vorne gebeugt zu gehen. So wird das Körpergewicht gleichmässig auf die Sohlen verteilt.

In schwierigem Gelände sollte man besser keine hektischen Bewegungen machen. Ruhige und bedachte Schritte sind hier besser angebracht.

Vor einem Abstieg schnüre ich mir jeweils meine Schuhe nochmals neu und fester. Dabei schaue ich, dass meine Ferse ganz nach hinten an den Schuh kommt. So kann ich vermeiden, dass die Zehen an den vorderen Schuhrand rutschen.

Ich mache beim Abstieg kleine Schritte. Wenn eine Stufe zu steil ist, gehe ich etwas in die Hocke, das entlastet die Knie. Ich achte auch darauf, dass meine Beine nie ganz durchgestreckt sind, sondern immer leicht gebeugt bleiben. Bei extrem steilen Wegen laufe ich im Zickzack (sofern der Weg breit genug ist) oder laufe seitlich runter (bei sehr schmalen Wegen).


Und nun wünsche ich dir viel Spass bei deinen Wanderungen!


Krokusse


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